Was sind Binge-Eating-Symptome?
Für die Diagnose einer Binge‑Eating‑Störung gibt es laut ICD-11 einige Kernmerkmale, die zwingend erfüllt sein müssen, und weitere typische Zeichen, die die Diagnose stützen, aber nicht unbedingt alle vorliegen müssen.9
- Wiederkehrende Essanfälle: Innerhalb eines begrenzten Zeitraums, z. B. zwei Stunden, verliert die betroffene Person subjektiv die Kontrolle über ihr Essverhalten und isst deutlich mehr oder anders, als sie es normalerweise tun würde. Die Essattacken treten wiederholt innerhalb eines Zeitraums von mindestens drei Monaten auf.
- Gefühl des Kontrollverlusts: Der subjektiv erlebte Kontrollverlustist das zentrale Merkmal: Die Person erlebt, dass sie ihr Essverhalten nicht oder kaum steuern kann, das Essen nicht unterbrechen kann oder die Menge bzw. Art der Nahrungsmittel nicht wie gewünscht begrenzen kann.
- Kein regelmäßiges kompensatorisches Verhalten: Auf das anfallsartige Essen großer Mengen folgen keine regelmäßigen unangemessenen kompensatorischen Verhaltensweisen, die eine Gewichtszunahme verhindern sollen (z. selbst herbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, exzessiver Sport).
- Deutlicher Leidensdruck oder Beeinträchtigung: Die Essattacken gehen mit einem deutlichen subjektiven Leidensdruckoder einer erheblichen Beeinträchtigung in wichtigen Lebensbereichen (z. im persönlichen, familiären, sozialen, schulischen oder beruflichen Bereich) einher.
- Abgrenzung von anderen Störungen: Die Symptomatik wird nicht besser durch eine andere Erkrankung erklärt und ist nicht Folge der direkten Wirkung einer Substanz oder eines Medikaments.
Diese Merkmale kommen häufig vor, müssen aber nicht alle vorhanden sein:
- Sehr schnelles Essen während der Anfälle.
- Essen bis zu einem unangenehmen Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Übelkeit.
- Essen ohne körperlichen Hunger, nur aus innerem Drang oder zur Gefühlsregulation.
- Allein essen aus Schamgefühlen wegen der großen verzehrten Mengen oder der Art des Essens.
- Starke Schuld‑, Scham‑ oder Ekelgefühle nach übermäßigem Essen.
- Zunehmende Beschäftigung mit Figur und Gewicht, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.
- Wiederholte Versuche, das Essverhalten durch Diäten oder strenge Regeln zu kontrollieren, die aber immer wieder scheitern.