Hilfe bei psychischen Problemen

Schnelle Hilfe im Notfall

Bei akuten psychischen Krisen, die eine Selbst- oder Fremdgefährdung mit sich bringen, z. B. starke Depressionen, Psychosen, akute Intoxikation bei Suchterkrankungen, erfordern in der Regel eine umgegende medizinische und psychologische Versorgung. Diese wird durch verschiedene institutionalisierte Stellen gewährleistet

  • Bei Suizidgefahr: 112 anrufen
  • Akut-Sprechstunde beim Hausarzt
  • Krisentelefon rund um die Uhr: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 oder 116 123
  • Psychosoziale Notdienste: Im Akutfall hilft der ärztlicher Bereitschaftsdienst weiter unter Tel. 116 117 (ohne Vorwahl)
  • Kliniken für Psychiatrie und Psychosomatik: (Psychiatrische Klinik + aktuellen Standort googeln)
  • Spezialkliniken, z. B. für Suchterkrankungen oder Essstörungen
  • Notfallambulanzen (bei Selbst- oder Fremdgefährdung, schweren Intoxikationen)

Anlaufstellen für psychische Gesundheit

Sie benötigen Unterstützung oder machen sich Sorgen um die psychische Gesundheit eines Angehörigen? Hier finden Sie Telefonnummern, Chats und Adressen von professionellen Hilfestellen und Kliniken. Besondere Hilfsangebote für einzelne Erkrankungen finden Sie auf den entsprechenden Unterseiten. Die Verlinkungen finden Sie am Ende dieser Seite. Sollte hier eine Adresse fehlen, kontaktieren Sie uns gerne. Wir prüfen dann, ob wir Sie auf unsere Seite aufnehmen können.

Hilfe: direkt, telefonisch, per Chat

Ärzte, Psychologen und Kliniken bieten eine persönliche, professionelle Betreuung, Diagnostik und Therapien. Hotlines, Chats und Foren sind ein niedrigschwelliges Angebot, das auf kurzfristige Hilfestellung fokussiert ist. Alle seriösen, professionalisierten Angebote gewährleisten Anonymität.

Direkte Hilfe

Bei Verdacht auf eine psychische Erkrankung kann man sich an Hausärzte oder Fachärzte zur diagnostischen Abklärung wenden. Therapien werden von Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt. Hilfe bieten auch Psychiatrische Institusambulanzen (Fachkliniken für Psychiatrie und Psychotherapie) oder Psychosomatische Ambulanzen (Kliniken für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie). Eine Teilnahme an einer selbstorganisierten, moderierten oder durch Fachpersonen unterstützten Selbsthilfegruppe kann eine professionelle Behandlung ergänzen.

Telefonische Hotlines

Telefonische Hotlines sind wichtige Anlaufstellen in psychischen Krisen. Sie bieten anonymen, einfachen Zugang, um über Probleme zu sprechen und geben Betroffenen eine erste Orientierung über Hilfsangebote. Sie ersetzen keine Therapie, können aber in akuten Situationen emotional entlasten. Seriöse Hotlines wie die Telefonseelsorge oder das Krisentelefon sind rund um die Uhr erreichbar und bieten auch bei ernsten Problemen wie Suizidgedanken Unterstützung und verweisen an Fachleute oder sozialpsychiatrische Einrichtungen.

Chats und Foren

Chats gibt es für psychisch Erkrankte wie auch für Angehörige. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen professionell moderierten Chats, die diese Funktion in der Regel nur zu festgelegten Zeiten anbieten und privaten Chats und Channels, in denen sich Menschen mit einer bestimmten seelischen Erkrankung, z. B. Depression, ADHS, Sucht austauschen. Chats und Foren sind lediglich eine Ergänzung zu professionellen Angeboten. Wichtig ist ein Vorabcheck hinsichtlich Seriosität, Datenschutz, Anonymität und Netiquette, z. B. dem Umgang mit Triggern.

Hilfe, wenn es dringend, aber nicht akut ist

Örtliche bzw. regionale Hilfe findet man bei psychischen Problemen in der Regel leicht über Google, indem man das psychosoziale Angebot plus den Wohnort in die Suche eingibt.

Ortsunabhängige Hilfe

– Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 oder 116 123
– Muslimisches Seelsorgetelefon: 030 443 509 821
– Beratung „Seelische Gesundheit“: 0241 80 36 777 Mo-Fr 9-12 Uhr, 13-16 Uhr
– Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111 Mo-Sa 14-20 Uhr
– U25 Deutschland – E-Mailberatung für Kinder und Jugendliche mit Suizidgedanken

Hilfe vor Ort

– Sozialpsychiatrischer Dienst: Beratung telefonisch, vor Ort, ggf. Hausbesuch – für Betroffene und Angehörige
– Ambulante psychiatrische Pflege: Hilfe bei psychischen Störungen pflegebedürftiger Personen
– Psychosoziale Beratungsstellen
– Psychotherapie: In dringenden Fällen können gesetzlich Versicherte einen Termin über die Terminservicestelle der kassenärztlichen Vereinigung vereinbaren.
– Selbsthilfegruppen: Örtliche Selbsthilfegruppen findet man hier https://www.nakos.de/adressen/rot/ 
– Selbsthilfegruppen für junge Menschen findet man hier: https://schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de/

FAQ – Hilfe bei psychischen Problemen

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zu psychischen Störungen und
Krankheiten sowie zur psychischen Gesundheit.

Was sind Anzeichen einer psychischen Erkrankung?

Erste Hinweise können anhaltende Veränderungen im Verhalten, in den Gefühlen oder im Denken sein. Die Symptome können bei Kindern und Jugendlichen etwas andere sein als bei Erwachsenen und älteren Menschen.

  • Psychisch kranke Kinder können ihre Befindlichkeiten oft nicht in Worte fassen. Ängstlichkeit, Rückzug, Interessenverlust, Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, Nägelkauen, Haare ausreißen, Aggressivität, Essstörungen, Zwänge, Tics und Bettnässen können Anzeichen einer psychischen Störung sein.
  • Bei Erwachsenen äußern sich psychische Krankheiten z. B. durch länger anhaltende Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit, sozialen Rückzug, Antriebslosigkeit, innere Unruhe, Rastlostigkeit, Konzentrationsstörungen, starke Ängste, Wahnvorstellungen, Süchte (Alkohol, Medikamente, Drogen und nicht stoffgebundene Süchte wie Spielsucht, Mediensucht etc.) oder körperliche Beschwerden ohne organische Ursache, z. B. Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall.
  • Bei älteren Menschen können Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung und Interessenverlust auf eine Depression hinweisen. Gangunsicherheit, Vergesslichkeit und Verwirrtheit können Anzeichen einer neurologischen Erkrankung sein, kommen aber auch bei Suchterkrankungen vor.
Ich habe psychische Probleme, was kann ich tun?

Die erste Adresse ist in der Regel die Sprechstunde beim Hausarzt. Er kann bei Bedarf an einen Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie überweisen oder in akuten Fällen in eine Klinik. Wie bei einer körperlichen Krankheit sollte man auch bei einer psychischen Erkrankung Hilfe suchen – und zwar möglichst zeitnah. Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld über einen längeren Zeitraum leidet, nehmen Sie medizinische oder psychologische Hilfe in Anspruch. Sozialpsychiatrische Dienste gibt es in jeder Stadt.

Was tun in einer akuten Krise?
  • Bleiben Sie nicht allein, suchen Sie sich professionelle Hilfe.
  • Entfernen Sie sich, wenn möglich, aus der belastenden Situation.
  • Wenden Sie sich, falls möglich, an eine vertraute Person.
Wer diagnostiziert eine psychische Erkrankung?

Ja, es gibt spezialisierte psychologische Hilfsangebote für verschiedene Altersgruppen und besondere Zielgruppen. Für junge Menschen stehen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zahlreiche, meist kostenfreie Hilfs- und Beratungsangebote zur Verfügung. Diese unterstützen beispielsweise bei Ängsten, Mobbing, Depressionen oder familiären Problemen. Ansprechpartner sind die örtlichen Jugendämter sowie Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt oder Diakonie.
Bei älteren Menschen besteht die Gefahr, psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter zu übersehen, wenn Einsamkeit, Verlust, körperliche Einschränkungen oder altersbedingte Krankheiten als selbstverständlich oder zum Alter gehörend angesehen werden. Betroffene oder Angehörige sollten sich bei den ersten Anzeichen einer seelischen Erkrankung an den Hausarzt wenden. Dieser kann an Fachärzte oder Psychotherapeuten überweisen oder eine geriatrische Reha verordnen.

Gibt es Hilfe für unterschiedliche Altersgruppen?

Die Diagnose stellt in der Regel ein Psychiater oder Psychologe. Zunächst werden organische Ursachen für die Beschwerden und Symptome ausgeschlossen. Die Diagnosestellung erfolgt mithilfe standardisierter Fragebögen im Gespräch und durch Selbsteinschätzungsbögen des Patienten.

Gibt es spezielle Hilfsangebote für Geflüchtete?

Geflüchtete Menschen haben oft traumatische Erlebnisse hinter sich und benötigen besondere Unterstützung. Spezialisierte psychologische Angebote für Geflüchtete setzen genau hier an und bieten Hilfe bei der Verarbeitung von Fluchterfahrungen, Integration und Traumabewältigung. Geflüchtete aus der Ukraine finden kostenlose und anonyme Hilfe auf Ukrainisch und Russisch unter der Nummer 0800 500 225 0. Junge Menschen können sich an den Krisenchat wenden.

Was kostet eine Therapie und wer übernimmt die Kosten?

In vielen Fällen werden die Kosten für eine Psychotherapie, abhängig vom jeweiligen Verfahren, von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen. Informationen zur Kostenübernahme erhält man direkt bei der Krankenkasse.

Bietet psychischgesund.de Betroffenen Hilfe?

Unser Ziel ist die Aufklärung über psychische Erkrankungen sowie die Bereitstellung von Informationen zu verschiedenen Therapien, professionellen Beratungsstellen, Hilfsangeboten und spezialisierten Kliniken. Eine persönliche Beratung bieten wir nicht an. Gerne können Sie uns jedoch über neue Hilfsangebote vor Ort informieren oder uns mitteilen, welche Themen wir als nächstes behandeln sollen.