
Depression Symptome
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- Typische Symptome sind Schwermut, Antriebslosigkeit und innere Leere.
- Für die Diagnose Depression müssen bestimmte Kriterien (Haupt- und Nebensymptome) erfüllt sein.
- Die depressive Symptomatik variiert interpersonell und zeigt geschlechts- und altersspezifische Unterschiede.
- Erste Anzeichen einer Depression können Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Lustlosigkeit und eine missmutige Stimmung sein.
- Depressive Störungen können auch zu körperlichen Beschwerden führen, z. B. Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Abgeschlagenheit.
- Erster Ansprechpartner bei Anzeichen einer depressiven Störung ist in der Regel der Hausarzt.
Depression hat viele Gesichter
Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und innere Leere gehören zu den bekanntesten depressiven Symptomen. Doch die Erkrankung hat viele Gesichter, was bedeutet, dass nicht alle Betroffenen unter den gleichen Beschwerden leiden. Werden Symptome falsch eingeschätzt, kann das zu einem verzögerten Behandlungsbeginn führen. Deshalb beteiligen wir uns an der Aufklärung über mögliche Anzeichen einer Depression.
Was sind Symptome einer Depression?
Die Symptome einer Depression zeigen sich in erster Linie auf der psychischen bzw. emotionalen Ebene. Parallel können körperliche Symptome auftreten. In der Regel bestehen mehrere Beschwerden gleichzeitig, wobei man diagnostisch zwischen Haupt- und Zusatzsymptomen unterscheidet. Für die Diagnose einer Depression müssen laut dem Diagnosemanual ICD-10 mindestens zwei der Hauptsymptome plus mindestens zwei oder mehr Zusatzsymptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorliegen1.
Betroffene fühlen sich oft leer, haben das Gefühl, keine Kraft für alltägliche Aufgaben zu haben, und werden von einer anhaltenden Freudlosigkeit gequält. Die drei Hauptsymptome einer Depression sind dementsprechend:
- gedrückte Stimmung und Niedergeschlagenheit.
- Interessenverlust und Freudlosigkeit
- Antriebs- und Kraftlosigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit
Zusatzsymptome sind meist etwas diffuser. Sie können auch bei anderen Krankheiten vorkommen. Ihr Auftreten im Rahmen einer depressiven Episode ist daher an mindestens ein Hauptsymptom gekoppelt. Mögliche Zusatzsymptome sind:
- Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
- Schuldgefühle
- verringertes Selbstwertgefühl und Gefühle der Wertlosigkeit
- Schlafstörungen
- verringerte Reaktionsfähigkeit
- Appetitstörungen
- negative Erwartungen mit Blick auf die Zukunft
- innere Unruhe
- suizidale Gedanken und/oder Handlungen
Bei Depressionen können zusätzlich körperliche Symptome auftreten. Liegen mindestens vier der folgenden Beschwerden vor, spricht man bei leichten Depressionen und mittelschweren Depressionen von einem Somatischen Syndrom. Bei schweren Depressionen wird dieses nicht extra diagnostiziert.
- Interessenverlust an früher angenehmen Tätigkeiten
- Verlust der Fähigkeit, auf freudige Ereignisse oder Umgebungen emotional zu reagieren
- morgendliches Früherwachen (1-2 Stunden vor der gewohnten Zeit)
- Morgentief
- objektivierbare psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
- deutlicher Verlust von Appetit
- Gewichtsverlust (häufig mehr als 5 % des Körpergewichts im vergangenen Monat)
- Libidoverlust

Welchen Einfluss haben Geschlecht und Alter auf depressive Symptome?
Bei einer Depression können Symptome nicht nur von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt und gewichtet sein, sondern auch abhängig von Alter und Geschlecht variieren.
Für eine zeitnahe Diagnostik und einen raschen Behandlungsbeginn ist es wichtig, Unterschiede zu kennen.
Beschwerden bei Frauen und Männern
Insgesamt sind Frauen deutlich häufiger von depressiven Symptomen bzw. der Erkrankung betroffen als Männer2. Das liegt auch daran, dass die psychische Erkrankung bei Männern seltener erkannt und damit seltener diagnostiziert wird. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Symptome der Depression bei Männern oft anders gelagert sind. So kommen bei ihnen vermehrt Reizbarkeit, Aggressivität und Risiko- bzw. Suchtverhalten vor3. Darüber hinaus neigen Männer eher zu Substanzgebrauch und weisen eine höhere Suizidrate auf4.
Beschwerden bei älteren Menschen
Ältere Menschen leiden grundsätzlich unter denselben Beschwerden der depressiven Erkrankung wie jüngere. Jedoch werden körperliche Beschwerden hier oft in den Fokus gerückt – zum einen durch die Betroffenen selbst, zum anderen auch durch die behandelnden Ärzte. Weil überdies oftmals weitere Krankheiten vorliegen, dauert es häufig länger, bis die depressive Störung als solche erkannt wird.
Was sind erste Anzeichen einer Depression?
Unabhängig von den Ursachen der depressiven Störung lässt sich die psychische Erkrankung umso besser behandeln, je eher eine adäquate Therapie beginnt. Deshalb ist es entscheidend, bereits erste Anzeichen für Depressionen richtig zu deuten. Viel zu oft werden diese nämlich ignoriert. Dadurch bekommt die Erkrankung die Möglichkeit, sich zu verfestigen und die Lebensqualität der Betroffenen extrem einzuschränken.
Erste Anzeichen von Depressionen können sehr diffus sein. Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Reizbarkeit oder Lustlosigkeit und eine insgesamt missmutige Stimmungslage können auf die Erkrankung hinweisen. Insbesondere dann, wenn sich die Beschwerden nicht auf eine Ursache zurückführen lassen, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.

Was versteht man unter einer hochfunktionalen Depression?
Manche Menschen „funktionieren“ trotz depressiver Symptome. Das heißt, dass die Symptome zwar innerlich erlebt werden und die Betroffenen unter ihnen leiden, sie aber trotzdem Beruf, Karriere, Familie und Freizeit gut bewältigen. Der Begriff der hochfunktionalen Depression wird nur umgangssprachlich, nicht klinisch verwendet.
Hilfe bei Depressionen finden
Wann immer Symptome einer depressiven Störung auftauchen und über einen längeren Zeitraum anhalten, sollten Betroffene sich Hilfe holen. Neben dem eigenen Hausarzt gibt es verschiedene weitere Anlaufstellen. Wichtig ist, dass Betroffene alle depressiven Symptome schildern. Nur so kann die depressive Episode erkannt und mit der entsprechenden Therapie wirksam behandelt werden.
Erste Anlaufstelle
Hausärztin / Hausarzt
- Erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen
- Ausschluss körperlicher Ursachen
- Ausstellung von Vermittlungscodes für Facharztüberweisung
Therapeuten
Psychotherapeut:in
Über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können gesetzlich versicherte Patient:innen einen Termin für ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten vereinbaren. Der Therapeut kann eine erste Einschätzung vornehmen, ob eine zeitnahe Akutbehandlung erforderlich ist oder eine ambulante Psychotherapie.
Ärzte
Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
Zeitnahe Termine für Diagnostik und Behandlung können gesetzlich Versicherte mittels Vermittlungscode vom Hausarzt über die Terminservicestelle buchen.
Ambulanzen, Akut, Reha
Kliniken
Wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht, um die Angststörung zu behandeln, kann ein Klinikaufenthalt sinnvoll sein. Behandlungsmöglichkeiten, je nach Klinik:
- Ambulant (Psychiatrische Institutsambulanz PIA)
- Teilstationär (Tagesklinik)
- Vollstationär
Alltag
Selbsthilfe
Lokale Suche über Selbsthilfebüros oder über NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen). Hier kann man online themenspezifisch recherchieren.
Beratung
Chat, E-Mail, Telefon
Online-Beratung Erwachsene
Online-Beratung Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene
- FIDEO
- Nummer gegen Kummer
- Jugend Notmail (bis 19 Jahre)
- bke-Jugendberatung (14 bis 21 Jahre)
- B2gether (16 bis 25 Jahre)
- Krisenchat (bis 24 Jahre)
Häufige Fragen & Antworten
Wie macht sich eine Depression körperlich bemerkbar?
Es gibt verschiedene körperliche Beschwerden, die auf eine depressive Episode hindeuten können. Dazu gehören beispielsweise Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und andere Schmerzen, eine verringerte Libido, Gefühle von Mattigkeit und Abgeschlagenheit. Betroffene haben zumeist wenig Energie, sodass die Erledigung kleinster Alltagsaufgaben schon eine große Kraftanstrengung bedeuten kann.
Was ist typisch für Depression?
Wer sich depressiv fühlt, ist meist niedergeschlagen, denkt oft an unangenehme Dinge, fühlt sich wertlos und ist voller Hoffnungslosigkeit, was die Zukunft betrifft. Bei einer depressiven Episode hält dieser Zustand über mehrere Wochen an und schränkt die Betroffenen in Handlungsfähigkeit und Lebensqualität extrem ein. Je stärker die Beschwerden ausgeprägt sind, umso wahrscheinlicher ist eine schwere Depression.
Ist Ruhe gut bei Depression?
Wenn Depressionssymptome sich zum ersten Mal zeigen, vermuten Betroffene zunächst andere Ursachen. Aufgrund der zunehmenden Antriebslosigkeit gönnen sie sich oft Ruhe. Das kann jedoch kontraproduktiv sein: Tatsächlich können Schlaf und Bettruhe die belastende Symptomatik sogar verschlimmern5. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist deshalb oft, einen aktiven Lebensstil zu etablieren.
Wie äußert sich eine Depression bei Kindern?
Auch Kinder und Jugendliche können an einer depressiven Störung leiden. Die Depressionssymptome ähneln denen von Erwachsenen. Vor allem kleinere Kinder haben aber noch nicht alle Möglichkeiten, um ihre Beschwerden zu kommunizieren. Typische Anzeichen sind wiederkehrende oder anhaltende Schmerzen ohne erkennbare Ursache, Spielunlust oder eine eingeschränkte Mimik und Gestik.
Wie lange halten Symptome bei einer Depression an?
Die Krankheit Depression ist dadurch gekennzeichnet, dass die begleitenden Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen anhalten. Bei manchen Betroffenen liegt ein episodischer Verlauf vor, bei dem es neben Akutphasen auch symptomfreie Abschnitte gibt. Bei anderen ist der Verlauf hingegen chronisch, sodass die Beschwerden dauerhaft anhalten.
Welche Symptome deuten auf eine Wochenbettdepression hin?
Viele Frauen fühlen sich nach der Geburt eines Kindes erschöpft und überfordert. Stimmungsschwankungen sind deshalb in der ersten Zeit nicht ungewöhnlich. Halten Beschwerden wie Traurigkeit, Freudlosigkeit, Ängstlichkeit oder Grübeln als Depressionssymptome jedoch an, sollten Betroffene sich Hilfe holen. Das gilt insbesondere dann, wenn Gedanken an selbstverletzende oder das Baby verletzende Handlungen auftreten.