Generalisierte Angststörung

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Aktualisiert am 2. Juli 2026

  • Definition: Die generalisierte Angststörung (engl.: generalized anxiety disorder) ist durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen in mehreren Lebensbereichen gekennzeichnet, die den Alltag deutlich beeinträchtigen können.
  • Häufigkeit: Innerhalb eines Jahres erkranken in Deutschland etwa drei Prozent der Frauen und zwei Prozent der Männer an dieser Störung.
  • Ursachen: Vermutlich entsteht die Erkrankung durch das Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren, ohne dass sich eine einzelne Ursache bestimmen lässt.
  • Verlauf: Die Symptomatik kann über längere Zeit oder phasenweise bestehen und dabei unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
  • Therapie: Behandelt wird insbesondere mit kognitiver Verhaltenstherapie oder Medikamenten, wobei die Auswahl von der individuellen Situation und den Präferenzen der Betroffenen abhängt.
  • Hilfe: Unterstützung bieten u. a. Hausärzte, Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapie, Psychotherapeuten, spezialisierte Ambulanzen und Kliniken sowie lokale Hilfestellen.

Wenn Ängste den Alltag bestimmen

Angst kennt jeder Mensch: vor einem wichtigen Gespräch, einer schlechten Nachricht oder einer Situation, deren Ausgang ungewiss ist. Meist lässt sie nach, sobald die Belastung vorüber ist oder wenn die vermutete Gefahr nicht eintritt. Manchmal bleibt die innere Unruhe jedoch bestehen und greift nach und nach auf immer mehr Lebensbereiche über.

Zunächst ist es vielleicht nur die Sorge um die eigene Gesundheit, dann tauchen Befürchtungen auf, dass den Familienangehörigen etwas zustoßen könnte, man den Arbeitsplatz verliert oder plötzlich verarmt. Die Gedanken kreisen zunehmend um das, was alles passieren könnte. Wenn solche Sorgen über längere Zeit bestehen, sich kaum noch kontrollieren lassen und den Alltag beeinträchtigen, könnte eine Angststörung dahinterstecken.

Was ist eine generalisierte Angststörung?

Eine generalisierte Angststörung (GAS, englisch: generalized anxiety disorder) ist eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche gekennzeichnet ist. Die Sorgen und begleitenden Symptome treten an den meisten Tagen über mehrere Monate hinweg auf und können den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Wie häufig ist eine generalisierte Angststörung?

Innerhalb eines Jahres sind in Deutschland etwa 3 % der Frauen und 2 % der Männer von einer generalisierten Angststörung (GAS) betroffen. Bei spezifischen Phobien, also einer Angst, die sich auf etwas Konkretes bezieht, sind es sogar 15 % der Frauen und 5 % der Männer.1

Was sind Symptome einer generalisierten Angststörung?

Eine GAS zeigt sich vor allem durch anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche. Häufig kommen innere Unruhe, Anspannung, Schlaf- oder Konzentrationsprobleme sowie körperliche Symptome hinzu. Wenn diese über längere Zeit bestehen und den Alltag, den Beruf oder soziale Beziehungen beeinträchtigen, sollte eine Abklärung beim Arzt erfolgen.

Neben den anhaltenden Sorgen können sich unterschiedliche psychische, kognitive und körperliche Beschwerden entwickeln. Nicht alle Betroffenen erleben dieselben Symptome:2

  • Herzklopfen, Zittern oder Schwitzen
  • Übelkeit oder andere Magenbeschwerden
  • Muskelverspannungen und Spannungsschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • innere Unruhe, Nervosität und erhöhte Anspannung
  • Ein- oder Durchschlafstörungen

Anders als bei einer Panikstörung stehen meist keine plötzlich einsetzenden, klar abgegrenzten Panikattacken im Mittelpunkt. Die Anspannung und die Befürchtungen treten vielmehr über längere Zeit und an vielen Tagen auf. Ihre Stärke kann dabei schwanken.

Charakteristisch sind wiederkehrende Sorgen, die sich auf unterschiedliche Lebensbereiche beziehen können. Dazu gehören beispielsweise die Gesundheit, mögliche Unfälle, familiäre Probleme, die Arbeit, finanzielle Schwierigkeiten oder die eigene Zukunft.

Betroffene erleben ihre Befürchtungen häufig als schwer kontrollierbar. Manche erkennen, dass sie im Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr übermäßig sind. Andere empfinden sie zunächst als nachvollziehbar oder notwendig.

Zusätzlich können sogenannte Meta-Sorgen auftreten. Dabei machen sich Betroffene beispielsweise Gedanken darüber, dass sie zu viel grübeln, ihre Sorgen nicht mehr kontrollieren können oder durch die ständigen Befürchtungen krank werden könnten. Manche versuchen, ihre Angst durch Vermeidung, Rückversicherung oder wiederholtes Kontrollieren zu verringern. Kurzfristig kann das beruhigen, langfristig kann es jedoch dazu beitragen, dass die Sorgen bestehen bleiben.3

Warum entwickeln Menschen eine generalisierte Angststörung?

Eine GAS entsteht vermutlich durch das Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Diese können die Anfälligkeit erhöhen, Symptome auslösen oder dazu beitragen, dass sie fortbestehen. Eine einzelne Ursache lässt sich in der Regel nicht feststellen. Zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung gibt es verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle.

Genetische und biologische Faktoren

Genetische Faktoren können die Anfälligkeit für Angststörungen erhöhen. Auch bei der generalisierten Angststörung weisen Zwillingsstudien auf einen erblichen Einfluss hin. Eine familiäre Vorbelastung bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig auftritt. Untersucht werden zudem verschiedene biologische Regulationssysteme. Eine einheitliche neurobiologische Ursache oder verlässliche Biomarker für die Diagnose gibt es bislang nicht.

Belastende Erfahrungen und anhaltender Stress

Belastende oder traumatische Erfahrungen können das Risiko für Angststörungen erhöhen. Dazu gehören beispielsweise Verlusterfahrungen, Missbrauch oder anhaltend belastende familiäre Bedingungen. Solche Erfahrungen sind jedoch weder bei allen Betroffenen vorhanden noch führen sie zwangsläufig zu einer GAS.

Auch anhaltende Belastungssituationen im Erwachsenenalter können Angstsymptome begünstigen oder verstärken. Ob sich daraus eine Angsterkrankung entwickelt, hängt unter anderem von der individuellen Anfälligkeit, weiteren Belastungsfaktoren und den verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten ab.

Psychologische Erklärungsansätze

Bestimmte Denkprozesse können dazu beitragen, dass Befürchtungen über längere Zeit bestehen bleiben. Betroffene schätzen mögliche negative Ereignisse häufig als besonders wahrscheinlich oder folgenschwer und ihre eigenen Möglichkeiten zur Bewältigung als gering ein.

Auch Überzeugungen über das Sorgen selbst können eine Rolle spielen. Manche Menschen halten Sorgen für hilfreich, weil sie glauben, dadurch besser vorbereitet zu sein. Gleichzeitig können sie befürchten, ihre Sorgen nicht mehr kontrollieren zu können. Der Versuch, belastende Gedanken zu unterdrücken, kann die Sorgen zusätzlich verstärken.

Eine geringe Toleranz gegenüber Unsicherheit kann ebenfalls dazu beitragen, dass mögliche negative Entwicklungen immer wieder gedanklich durchgespielt werden. Studien zeigen einen engen Zusammenhang mit dem Ausmaß des Sorgens. Ob die geringe Unsicherheitstoleranz Ursache oder Folge der Beschwerden ist, lässt sich jedoch nicht eindeutig bestimmen.

Wie wird eine generalisierte Angststörung diagnostiziert?

Die Diagnose wird im Rahmen eines ausführlichen ärztlichen oder psychotherapeutischen Gesprächs gestellt. Dabei wird erfasst, worauf sich die Befürchtungen beziehen, wie lange und wie häufig sie auftreten, wie gut sie sich kontrollieren lassen und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen. Fragebögen wie der GAD-7 können Hinweise auf eine mögliche Angststörung liefern und helfen, die Stärke der Beschwerden einzuschätzen. Für eine Diagnose reichen sie allein jedoch nicht aus.

Da körperliche Erkrankungen, Medikamente und Substanzen ähnliche Symptome hervorrufen können, gehören eine medizinische Anamnese und in der Regel eine körperliche Untersuchung zur Abklärung. Je nach Symptomatik können weitere Untersuchungen notwendig sein. Außerdem wird geprüft, ob die Beschwerden besser durch eine andere psychische Erkrankung erklärt werden können, etwa eine Depression, Panikstörung, Zwangsstörung oder Anpassungsstörung.

  • Anhaltende Angst, Sorgen und Befürchtungen über mindestens sechs Monate.
    Häufig geäußert wird die Angst, der Betroffene oder ein Angehöriger könne erkranken oder einen Unfall haben. Vermeiden von Unternehmungen, die als potenziell gefährlich eingeschätzt werden.
  • Vegetative Beschwerden wie erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen, Zittern, Mundtrockenheit
  • Beschwerden im Brust- und Bauchbereich (Missempfindungen, Beklemmungsgefühle, Übelkeit, Magenbeschwerden)
  • Hitzewallungen, Kälteschauer, Kribbeln
  • Anspannungssymptome wie Muskelverspannungen, Unruhe, Kloßgefühl
  • Unspezifische Symptome wie übertriebene Schreckreaktionen, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, Einschlafstörungen

Im Wesentlichen sind die Kriterien gleichgeblieben. Im ICD-11 wird betont, dass sich die Angst auf mehrere Ereignisse bezieht, und dass für die Diagnose einer generalisierten Angststörung ein erheblicher Leidensdruck bestehen muss, der zu relevanten Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen führt.

Wie wird eine generalisierte Angststörung behandelt?

Für die Behandlung stehen insbesondere Psychotherapie und Medikamente zur Verfügung. Beide sind wissenschaftlich untersucht und sollen den Patienten als mögliche Optionen angeboten werden. Welche gewählt wird, hängt unter anderem von der Stärke der Symptome, Begleiterkrankungen, möglichen Nebenwirkungen, bisherigen Behandlungen und den persönlichen Präferenzen ab. Führt eine einzelne Therapie nicht zu einer ausreichenden Besserung, können ein Wechsel oder eine Kombination der Verfahren erwogen werden.

Psychotherapie

Für die generalisierte Angststörung ist insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie wissenschaftlich gut untersucht. Sie unterstützt Betroffene bei der Bearbeitung und Bewältigung von dysfunktionalen Sorgenspiralen, Vermeidungsverhalten und dem Umgang mit Unsicherheit und körperlicher Anspannung. Sie kann als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden, wobei die Studienlage für die Einzeltherapie insgesamt belastbarer ist.

Wenn eine kognitive Verhaltenstherapie nicht ausreichend wirksam, verfügbar oder gewünscht war, kann eine psychodynamische Psychotherapie angeboten werden. KVT-basierte Internetprogramme können Wartezeiten überbrücken oder eine reguläre Behandlung ergänzen.

Medikamentöse Therapie

Medikamente können unabhängig von einer Psychotherapie oder gemeinsam mit ihr eingesetzt werden. Die Entscheidung sollte nach medizinischer Aufklärung und unter Berücksichtigung der individuellen Behandlungssituation getroffen werden.

– Bestimmte Antidepressiva können die Behandlung einer Angsterkrankung unterstützen, zum Beispiel selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, insbesondere Escitalopram und Paroxetin, sowie bestimmte Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie Venlafaxin und Duloxetin.

– Auch Pregabalin kann in bestimmten Fällen infrage kommen. Dabei müssen jedoch mögliche Nebenwirkungen, Absetzbeschwerden und ein potenzielles Missbrauchsrisiko berücksichtigt werden. Dies gilt besonders bei bereits bestehendem problematischem Substanzkonsum.

– Benzodiazepine werden aufgrund des Risikos von Gewöhnung und Abhängigkeit normalerweise nicht zur regulären Therapie einer generalisierten Angststörung eingesetzt. In begründeten Ausnahmefällen kann eine zeitlich eng begrenzte Anwendung ärztlich erwogen werden.

Ergänzende Maßnahmen

Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation oder Applied Relaxation können die Behandlung ergänzen und dabei helfen, körperliche Anspannung und Entspannung bewusster wahrzunehmen und zu regulieren. Sie ersetzen bei einer behandlungsbedürftigen generalisierten Angststörung jedoch keine evidenzbasierte Psychotherapie oder medikamentöse Therapie.

Wie verläuft eine generalisierte Angststörung?

Die Störung kann über längere Zeit bestehen und in ihrer Stärke schwanken. Manche Betroffene erleben anhaltende Beschwerden, bei anderen wechseln Phasen mit stärkeren und weniger ausgeprägten Symptomen. Ohne Therapie können die Befürchtungen und Einschränkungen über einen längeren Zeitraum fortbestehen. Der Verlauf ist individuell und nicht zwangsläufig fortschreitend.

Psychotherapie und medikamentöse Therapien können die Symptome deutlich verringern und die Lebensqualität sowie die Alltags- und Arbeitsfähigkeit verbessern. Weitere psychische Störungen, z. B. depressive Erkrankungen oder problematischer Substanzkonsum, können den Verlauf erschweren. Bei ausgeprägter Hoffnungslosigkeit oder Suizidgedanken ist eine umgehende professionelle Abklärung erforderlich.

Was können Betroffene selbst tun?

Wenn Sorgen und Ängste über längere Zeit bestehen oder den Alltag beeinträchtigen, ist eine Abklärung beim Arzt oder Psychotherapeuten sinnvoll. Die nachfolgenden Selbsthilfemaßnahmen und Tipps bei generalisierter Angststörung können eine Behandlung unterstützen, ersetzen aber keine professionelle Behandlung bei einer ausgeprägten Angststörung:

  • regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität
  • ein möglichst regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • verlässliche, aber nicht übermäßig starre Tagesstrukturen
  • regelmäßige Mahlzeiten und ausreichende Erholungsphasen
  • Entspannungs- und Atemübungen als ergänzende Maßnahmen
  • soziale Kontakte und der Austausch mit vertrauten Personen
  • ein bewusster Umgang mit Alkohol, Nikotin und anderen Substanzen

Bei einer möglichen Abhängigkeit von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Substanzen sollte eine Veränderung des Konsums ärztlich begleitet werden.

Wie können Angehörige und Freunde unterstützen?

Angehörige können Betroffene unterstützen, indem sie zuhören, das individuelle Leiden ernst nehmen und zu einer professionellen Abklärung ermutigen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, Ängste nicht durch ständige Rückversicherungen oder die dauerhafte Übernahme aller belastenden Aufgaben unbeabsichtigt zu verstärken. Angehörige sollten nicht versuchen, selbst die Rolle einer Therapeutin oder eines Therapeuten zu übernehmen.

Hilfe bei einer generalisierten Angststörung finden

Es existieren zahlreiche Anlaufstellen, an die Menschen sich mit einer GAS wenden können:

Erste Anlaufstelle

Hausärztin / Hausarzt

  • Erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen
  • Ausschluss körperlicher Ursachen
  • Ausstellung von Vermittlungscodes für Facharztüberweisung

Therapeuten

Psychotherapeut:in

Über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können gesetzlich versicherte Patient:innen einen Termin für ein Erstgespräch beim Psychotherapeuten vereinbaren. Der Therapeut kann eine erste Einschätzung vornehmen, ob eine zeitnahe Akutbehandlung erforderlich ist oder eine ambulante Psychotherapie.

Ärzte

Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

Zeitnahe Termine für Diagnostik und Behandlung können gesetzlich Versicherte mittels Vermittlungscode vom Hausarzt über die Terminservicestelle buchen.

Ambulanzen, Akut, Reha

Kliniken

Wenn eine ambulante Therapie nicht ausreicht, um die Depression zu behandeln, kann ein Klinikaufenthalt sinnvoll sein. Behandlungsmöglichkeiten, je nach Klinik:

  • Ambulant (Psychiatrische Institutsambulanz PIA)
  • Teilstationär (Tagesklinik)
  • Vollstationär

Alltag

Selbsthilfe

  • Lokale Suche über Selbsthilfebüros oder über NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen). Hier kann man online themenspezifisch recherchieren.

Beratung

Chat, E-Mail, Telefon

Häufige Fragen zum Thema „Generalisierte Angststörung“

Was ist der Unterschied zwischen GAS, Angststörung und Panikstörung?

„Angststörung“ ist ein Oberbegriff für verschiedene psychische Erkrankungen. Bei der generalisierten Angststörung (GAS) stehen anhaltende und schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche im Vordergrund. Eine Panikstörung ist dagegen durch wiederkehrende, unerwartete Panikattacken gekennzeichnet, die mit plötzlicher, intensiver Angst und ausgeprägten körperlichen Symptomen einhergehen. Panikattacken können scheinbar ohne Anlass, aber auch in bestimmten Situationen auftreten.

Ist man mit einer generalisierten Angststörung arbeitsfähig?

Eine generalisierte Angststörung führt nicht automatisch zur Arbeitsunfähigkeit. Entscheidend ist, wie sehr die Symptomatik die konkrete berufliche Tätigkeit beeinträchtigt. Bei ausgeprägten Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Erschöpfung oder starker innerer Anspannung ist eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit möglich. Die ärztliche Beurteilung berücksichtigt sowohl die Symptome als auch die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Können Kinder und Jugendliche auch eine GAS entwickeln?

Ja, eine generalisierte Angststörung kann auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Ihre Sorgen beziehen sich häufig auf altersbezogene Themen wie Schule, Leistungen, Freundschaften, die Gesundheit oder die Sicherheit der Familie. Entscheidend ist, ob die Sorgen im Verhältnis zur Situation übermäßig sind, sich nur schwer kontrollieren lassen und den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen?

Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen können gemeinsam auftreten. Manche, die unter GAS leiden, versuchen, ihre Angst kurzfristig mit Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Substanzen zu lindern. Dadurch kann sich ein problematischer Konsum entwickeln, während regelmäßiger Konsum und Entzug die Angstsymptome zugleich verstärken oder auslösen können. Welche Erkrankung zuerst auftritt, lässt sich nicht pauschal bestimmen. Bei der Diagnostik und Behandlung sollten daher sowohl die Angsterkrankung als auch der Substanzkonsum berücksichtigt werden.

Kann eine generalisierte Angststörung plötzlich weg sein?

Die Symptome einer generalisierten Angststörung können vollständig abklingen. Meist geschieht dies jedoch nicht plötzlich, sondern allmählich, wobei sich bessere und schlechtere Phasen abwechseln können.

Liegen die Ursachen einer generalisierten Angststörung in der Kindheit?

Belastende oder traumatische Kindheitserfahrungen können das Risiko für eine generalisierte Angststörung erhöhen7. Sie sind aber weder eine notwendige noch eine alleinige Ursache. Die Störung entsteht durch das Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren und kann auch ohne erkennbare Belastungsfaktoren in der Kindheit auftreten.

1 Stiftung Gesundheitswissen. „Was ist eine Angststörung“, https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/angststoerung/angstoerung-hintergrund, (Datum des Zugriffs: 28.07.2026)

2 Bandelow, B.; Aden, I.; Alpers, G. W.; Benecke, A.; Benecke, C.; Beutel, M. E.; Deckert, J.; Domschke, K.; Eckhardt-Henn, A.; Geiser, F.; Gerlach, A. L.; Harfst, T. Hau, S.; Hoffmann,S.; Hoyer, J.; Hunger-Schoppe, C.; Kellner, M.; Köllner, V.; Kopp, I., B., ; Langs, G.; Liebeck, H.; Matzat, J.; Ohly, M.; Rüddel, H. P.; Rudolf, S. ; Scheufele, E.; Simon, R.; Staats, H.; Ströhle, A.; Waldherr, B.; Wedekind, D.; Werner, A.M.; Wiltink, J.; Wolters, J. P., Beutel M.E. Deutsche S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2 (2021). www.awmf.org/leitlinien/de-tail/ll/051-028.html, S. 18, https://register.awmf.org/assets/guidelines/051-028l_S3_Behandlung-von-Angststoerungen_2021-06.pdf (Datum des Zugriffs: 28.07.2026)

3 Korn, O., Sipos, V., & Schweiger, U. (2012). Die metakognitive Therapie der generalisierten Angststörung. Psychotherapie, 17(1), 119–130, S. 119 https://sbt-in-berlin.de/cip-medien/11.-Korn-et-al.pdf (Datum des Zugriffs: 29.07.2026)

4 ICD-Code. Generalisierte Angststörung. https://www.icd-code.de/icd/code/F41.1.html (Datum des Zugriffs: 29.07.2026)

5 Bandelow, B., Boerner, R. J., Kasper, S., Linden, M., Wittchen, H.-U., & Möller, H.-J. (2013). Generalisierte Angststörung: Diagnostik und Therapie. Deutsches Ärzteblatt International, 110(17), 300–310. https://doi.org/10.3238/arztebl.2013.0300 (Datum des Zugriffs: 29.07.2026)

6 Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte „ICD-11 in Deutsch – Entwurfsfassung“, Suchbegriff: 6B00 Generalisierte Angststörung, https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/uebersetzung/_node.html (Datum des Zugriffs: 29.07.2026)

7 Liu J, Shi Y, Xie S, Xing L, Wang L, Li W, Zhao X. Meta-analysis of prospective longitudinal cohort studies on the impact of childhood traumas on anxiety disorders. J Affect Disord. 2025 Apr 1;374:443-459. doi: 10.1016/j.jad.2025.01.067, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39824317/ . Epub 2025 Jan 15. PMID: 39824317, (Datum des Zugriffs: 29.07.2026)

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